Visionen eines Museumsarchipels. Kritische Anmerkungen zu dem, was das #Münzkabinett_Berlin unter #Provenienzforschung versteht

Inhalt

Einführung
Die aktuelle Entfaltung einer Debatte um Provenienzforschung numismatischer Sammlungen in den Social Media

Analyse des Tweets von Weisser und drei Kritiken
1) Nicht nur materielle Kultur
2) Die Pluralität der Provenienzfoschung bzw. Provenianzstufen
Tweet-Antwort von Cyron
3) Da Problem der Identifizierung

Analyse des Tweets von Dahmen und drei Kritiken
1) Verantwortung der Provenienzforschung der eigenen Bestände
2) Auswahl, Stichproben und Bestand
3) Quellenangaben, Quellen-Prüfung und -Zugang

Fazit

Einführung

Bezeichnend dafür, wie das Berliner Münzkabinett mit der Frage Provenienzforschung umgeht, sind zwei jüngere Botschaften, die Direktor Weisser und der Kurator Karsten Dahmen ein paar Tage nachdem ich meinen Vortrag über die digitalen Implikationen meines Dissertationsprojektes “Atlas der Numismatischen Landschaften im Nationalsozialismus” ( #AtNuL_NS ) gehalten hatte, via Twitter mitgeteilt haben.

  • Hier zu einer kurzen Beschreibung des #AtNuL_NS .

Die aktuelle Entfaltung einer Debatte um Provenienzforschung numismatischer Sammlungen in den Social Media

Ich habe am 21. Juli im Rahmen des Workshops „(Art-)History goes Digital. Reichweite und Grenzen digitaler Methoden in der historischen Forschung“ (München, Bayerische Akademie der Wissenschaften) einen Vortrag über die digitalen Implikationen meiner laufenden Dissertationsprojektes gehalten.

  • Hier zum Programm des Workshops.

Ein Video von meinem Vortrag habe ich geschnitten und am 25. Juli auf YouTube hochgeladen.

Am selben Tag meines Vortrages (am 21. Juli) wurde darüber von Maria Rottler‏ (@MariaRottler), Julian Schulz‏ (@SchJulzian) getwittert und von mir (@Sbardella)  retwittert.

Bereits am 14. Juli, in Vorbereitung meines Vortrages, hatte ich mich mit Herrn Dr. Dahmen in Verbindung gesetzt, um einige technischen Aspekte betreffend die Funktionalitäten des Internet Katalogs des Münzkabinetts zu klären, da ich aus rein methodologischen Gründen Interesse an diesem Katalogisierungssystem hatte, und dieses in dem Vortrag als Anhaltspunkt für meine eigene Datenbank kurz erwähnen wollte.

Die öffentliche Reaktion des Berliner Münzkabinetts auf mein Nachfragen und auf die Debatte um meinen Vortrag auf Twitter ist Gegenstand des vorliegenden Blogbeitrages.


Weisser (@WeisserBernhard) twittert am Samstag den 22. Juli um 19:33 Uhr, „#Provenienzforschung gehört zur Objektgeschichte der #Münzen und #Medaillen als EIN Teil derer materiellen Kultur.


Dahmen (@KarstenDahmen) twittert am Sonntag den 23. Juli um 10:07 Uhr, dass die „#Provenienzforschung ein Dauerthema im #Münzkabinett_Berlin“ ist. Zur Bekräftigung dieser Stellungnahme verlinkt er einen Blogbeitrag vom 23. Oktober 2016: http://ww2.smb.museum/ikmk/news.php?news_id=890


Bernhard Weisser ist seit August 2015 auf Twitter; Karsten Dahmen seit September 2015. Beide benutzten am 22. bzw. am 23. Juli für das erste Mal in zwei Jahren den Hashtag #Provenienzforschung. Beide vermeiden dabei den Begriff „NS-Provenienzforschung“.

 

Tweet von Weisser

In dem Tweet von Direktor Weisser ist die interessante These vertreten, nach welcher der Provenienzforscher die numismatischen Objekte als Gegenstände betrachtet. Die Provenienzforschung, wie ich dieses Tweet auslege, wird somit als eine alltagsgeschichtliche und anthropologische Untersuchung verstanden, die auf eine Einbettung der Signifikation bzw. der Stratifikation von Signifikationen einer Münze oder einer Medaille im ihrem kulturellen Entstehungs- bzw. Benutzungskontext abzielt.

Das ist scharfsinnig und auf jeden Fall weitere Überlegungen wert. Die Provenienzsforschung anvisiert jedoch mehr als eine Objektgeschichte und ist immer in Pluralform aufzufassen, sodass die Objektgeschichte einer Münze oder einer Medaille im Sinne ihrer materiellen Kultur nur EINS der Aspekte ist, mit welchen sich die Provenienzforschung befasst.

1) Die Pluralität der Provenienzfoschung: Materie

Münzen verfügen über mehrere Provenienzstufen. Viele dieser Stufen lassens sich nicht durch eine Analyse der materiellen Kultur rekonstruieren. Einige Provenienzstufen implizieren makoökonomischen und währungspolitischen Manöver, manche andere resultieren von bestimmten kultur- und sammlungspolitischen Strategien, andere Provenienzstufen noch leiten sich der immer wechselnden denkmalpflegerischen Instanzen ab.

2) Die Pluralität der Provenienzfoschung: Historie

Überdies besteht auch die Möglichkeit, diese pluralen Provenienzen nicht nur nach Materie, sondern nach Epochen einzustufen. Die Prägung in einer Münzstätte ist eine mögliche Stufe der Provenienz; die Ausgrabung eines Münzfundes ist eine Stufe der Provenienz; aber auch der NS-bedingte Eigentumswechsel ist eine Stufe der Provenienz, sowie der Verlust von Münzbeständen während Luftschutzmaßnamen. Angesichts der Besonderheit der Mechanismen, die im „Dritten Reich“ zu massiven, neuartigen Verlagerungen und Eigentumswechseln führten (die rückblickend als ebenso viele unterschiedliche, aber gewissermaßen auch als eine homogene Provenienzepoche angesehen werden dürfen), so gibt es auch das Bedürfnis die Singularität der NS-Provenienzforschung zu anerkennen und ihren besonderen Aufgaben gewachsen zu werden. Diese und andere Singularitäten in dem pluralen Gebiet der Provenienzforschung machen es unmöglich, sämtliche Forschungen über die Herkunft einer Münze als Teil der materiellen Kultur zu gruppieren.

3) Das Problem der Identifizierung

Als Antwort auf das Tweet von Weisser hinterlässt der Twitter-Nutzer Marcus Cyron (@MarcusCyron), auf Twitter seit Juli 2010, folgenden Kommentar:

Dabei vertritt er eine aus den Reihen der Museumsleuten weit verbreitete Position. Auf das damit verbundene Problem bin ich auch in meinem Vortrag eingegangen (siehe dort ab Minute 11.17). Kutz gefasst: Häufig bliebt die Museumspolitik der Nazizeit im Schatten und wird eine NS-Provenienzforschung, speziell in Münzkabinetten, auch dadurch abgelehnt, dass es ein angeblich ontologisches Hindernis bei der Identifizierung von Münzen gäbe. Die Identifizierung der Einzelstücke, die die NS-Provenienzforschung als als Teilaufgabe bzw. erfreuliche Folge haben kann, kann ihr nicht als Hauptaufgabe auferlegt werden, da sie zunächst und vielmehr die Rekonstruktion der möglichen Wege der abhandengekommener Sammlungen abzielen sollte (zu diesem Thema habe ich im Februar 2016 am Institut für Kunstgeschichte der LMU München vorgetragen: „Die Erforschung der Provenienz(en) von numismatischen Sammlungsobjekten“. Bei Interesse könnte ich mein Manuskript leicht bearbeiten und auf diesem Blog veröffentlichen).

Tweet von Dahmen

In dem Tweet von Herrn Dr. Dahmen überrascht die Selbstverständlichkeit, mit welcher die Frage der Provenienzforschung mit einem Hinweis auf den Interaktiven Katalog abgefertigt und somit bagatellisiert wird.
Indem er durch diesesn angeblich erledigenden Hinweis auf den IKMK von Provenienzforschung als Dauerthema im Berliner Münzkabinett redet, entsteht in den Lesern die Hoffnung, in dem verlinkten Blogbeitrag einen ausführlicheren Bericht darüber zu finden, was bisher das Berliner Münzkabinett zum Thema Provenienzforschung geleistet hat.
Im Wesentlichen wird dort jedoch nur Folgendes ausgeführt: die Benutzer des IKMK können (seit 23.10.2016) nach Vorbesitzern und Veräußerern von Objekten, soweit diese im IKMK erfasst sind, aktiv suchen. Dort, wo der genaue Erwerbungsvorgang unbekannt ist, wird „ein zusätzliche [sic] Feld »Provenienz« ausgegeben, welches den frühesten Nachweis des jeweiligen Objekts im Bestand des Münzkabinetts beschreibt.“
Unmittelbar drängt sich für den Benutzer das Problem auf, nachdem er nach einem bestimmten Veräußerer gesucht hat, die Treffen nicht weiter nach Accession-Datum filtrieren zu können. Wählt man z. B. “Firma Dr. Busso Peus Nachf.” als Veräußerer, erhält man 112 Treffer. Diese Ergebnisse werden alphabetisch geordnet und sind filtrierbar nach Titel, Zeit, Gewicht, Münzstätte, Nominal, Material, Datensatz-ID – jedoch nicht nach Accession-Datum. Um herauszufinden, welche Münzen und Medaillen das BMK von Dr. Busso Peus zwischen 1933- und 1945 angekauft hat, müsste man alle 112 Treffer durchsuchen.

ikmk peus

Das wäre an sich kein (unüberwindbares) Problem – vor allem dann nicht, wenn man den IKMK für das hält, wofür er vor 10 Jahren auch konzipiert wurde. Problematisch wird es nur dann und sofern der IKMK als Ersatzinstrument für eine vermeintliche Provenienzforschung ausgegeben wird.
So, wie der IKMK ausgestattet ist, darf von keinem Werkzeug die Rede sein, das eine Provenienzforschuung erblicken lässt, ermöglicht oder gar voraussetzet. Und das nicht nur aufgrund des schon erwähnten, unmittelbaren Problems der fehlenden Möglichkeit, Treffer nach Accession-Datum zu filtrieren, sondern aus anderen, tieferergreifenderen Gründen, die hier unten knapp aufgeführt werden.

1) Verantwortung der Provenienzforschung der eigenen Bestände

Ist die Provenienzforschung eine Aufgabe der Benutzer oder des Museums? Warum sollte ein Benutzer Provenienzforschung im Museum betreiben, und zwar anhand von einer partiellen Auswahl von Objekten? Ich fände die Möglichkeit sehr interessant, bei einer festgehaltenen Zentralkoordination ein kollaboratives Werkzeug mit engagierten Benutzerinnen und Benutzern zu teilen. Die Verantwortung der Forschung muss aber immerhin vom Museum bzw. von mit einenem Spezialwissen versehenen Museumsmitarbeitern getragen werden.
Im Endeffekt sind in dem IKMK keine Ergebnisse einer systematischen Provenienzforschung zu finden, sondern “nur”  für die Numismatiker sehr nützliche Informationen über die bisher katalogierten Stücke; für eine regelrechte Provenienzforschung können solche Informationen höchstens als zu prüfende und zu ergänzende Ausganspunkte angesehen werden.

2) Auswahl, Stichproben und Bestand

Eine flächendeckende Provenienzforschung über den ca. 600.000 Objekte umfassenden Bestand des Berliner Münzkabinetts kann sich nicht auf eine willkürlich ausgewählte Anteil von ca. 31.000 basieren. Vor allem aber – ab ovo – ist es nicht von den einzelnen Objekten ausgehend, dass man systematisch den ganzen Bestand erforschen kann.
Die Logik nach welcher, Stück für Stück je nach unterschiedlichen Interessen und Patenschaften die neu in den IKMK erfassten Objekte auch mit Angaben über Veräußerer und Vorbesitzer versehen werden, ist mit keiner durchdachten Provenienzforschung kompatibel.

3) Quellenangaben, Quellen-Prüfung und -Zugang

Die angeblichen Provenienz-Angaben des IKMK, die an sich schon nicht ausreichen, um von Provenienzforschung zu reden (kein Provenienzforscher aus anderen Gebieten würde sich mit der Feststellung des letzten ermittelbaren Vorbesitzers zufrieden stellen können!), werden außerdem im IKMK ohne Quellenangabe veröffentlicht. Vielleicht sind solche Belege und Beweise intern (also hinter der IKMK-Interface) zu rekonstruieren. Meine Befürchtung ist aber, dass die herangezogenen Quellen nicht gesondert archiviert wurden, sodass die seinerzeit zuerst herangezogenen Quellen bei der Nachprüfung der schon geleisteten Recherche sowie bei dem Vergleich mit anderen Quellen nicht immediat abrufbar sind.

Fazit

So lobenswert und für den Numismatiker hilfreich das Instrument des IKMK auch ist, darf sein Potential mit den Aufgaben einer verantwortungsbewussten, pluralen Provenienzforschung nicht verwechselt werden. Ich bin der Meinung, die bisher geleistete Forschung der Provenienzen sollte systematisch erfasst und transparent gemacht werden. Dabei ein besonderes Augenmerk auf die NS-Provenienzforschung sollte gelegt werden.
Mit dem vorliegenden Beitrag will ich keinen der geschätzten Kollegen vom Berliner Münzkabinett professionell angreifen. Da ich aber auf Twitter seit September 2008 aktiv, in Berlin seit 2011 wohnhaft und mit NS-Provenienzforschung im numismatischen Bereich seit 2013 tätig bin, habe ich mich durch diese Äußerungen direkt angesprochen und mindestens den oben aufgeführten Präzisierungen verpflichtet gefühlt.

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Il petente impenitente

“Noooo, adesso ci si mette pur lui, l’eremita teutofilo, a lanciare petizioni!”

Si, lo so. In parte avete ragione. Ma lasciate che mi giustifichi. Solo alla fine di questa giustificazione troverete il link alla petizione, se dopo aver letto di che si tratta troverete opportuno firmare.

Questa mia escursione nella vita attiva deriva pur sempre da una esigenza emersa nella vita contemplativa. Da questo stesso motivo emerge anche un paradosso che caratterizza questo mio sbilanciamento verso il politico: benché quella che stia per lanciare sia una petizione che ritengo molto rilevate, non posso parlare di una causa che mi stia “a cuore”. Non si tratta di una questione che mi tocchi personalmente, né mi sentirei profondamente deluso se l’oggetto del mio petulante argomentare rimanesse privo del riscontro aspirato.

Si tratta di una questione etica per me impersonale o meglio, di rilevanza prettamente pubblica. Io, come persona privata, non sono coinvolto. Come ricercatore, invece, mi faccio carico delle conoscenze emerse e mi sento eticamente in dovere di portarle alla luce.

Di cosa si tratta? Del Geldmuseum (Museo del denaro), un museo numismatico sorto negli anni 30 del Novecento a Berlino per volere della Reichsbank (la Banca centrale del Terzo Reich) e cresciuto enormemente durante la dittatura nazifascista.

  1. Sebbene la Germania abbia ufficialmente imposto a tutti i propri musei, a partire dal 1998/99, di individuare nei propri magazzini opere sottratte in maniera illegittima a collezionisti di fede ebraica, e
  2. nonostante proprio questo museo (il Geldmuseim) ‒ già solo per via delle sue origini ‒ avrebbe dovuto da tempo destare ampi sospetti ed attirare su di sé l’attenzione dei più importanti esperti,
  3. ad oggi non esiste non solo alcun progetto di ricerca, ma nemmeno un solo articolo a far chiarezza circa il passato nazista di questa istituzione.

La questione è complicata dal fatto che la Reichsbank, tecnicamente, nel Dopoguerra ha cessato di esistere. Tuttavia la Deutsche Bundesbank (Banca federale tedesca), che nel 1954 acquistò per due miliardi e mezzo di marchi quello che dopo la guerra era rimasto di questa collezione numismatica, non è meno in dovere di verificare il modo in cui la Reichsbank era solita operare le proprie acquisizioni.

Negli ultimi mesi ho fatto molte ricerche sul tema, scoprendo che ogni sospetto che avrebbe potuto sorgere anche senza andare a spulciare in archivio, era quantomeno legittimo. Una breve relazione circa la mia ricerca l´o tenuta durante la conferenza numismatica austriaca, il 29 maggio, presso la sede della Banca nazionale austriaca. In questo video, registrato per l’occasione con la mia piccola webcam, facci un resoconto dei maggiori problemi inerenti la politica delle acquisizioni del Geldmuseum.

 

Giacché nel video argomento in tedesco, riassumo qui un elenco degli argomenti in italiano:

– molti ebrei sono stati messi nella condizione di dover vendere le loro collezioni per finanziare il proprio esilio;

– alcune di queste collezioni erano destinate all’asta, ma la Reichsbank, con l’aiuto della Gestapo, ha forzato acquisto per entrarne in possesso;

– numerose monete sono state comprate presso aste, le quali si foraggiavano di monete provenienti da collezioni di ebrei in fuga;

– il Geldmuseum ha inoltre accesso diretto a monete d´oro provenienti da vari tipi di confisca (tanto dagli ebrei tedeschi quanto dalle nazioni conquistate). Sebbene poche di queste monete si rivelavano essere pezzi museali, esse venivano comune sia ammassate con lo scopo di effettuare scambi con altre istituzioni o collezionisti;

– con la massa di monete di minore valore numismatico, che il Geldmuseum non riuscì a fare oggetto di scambio per ottenere pochi pezzi più interessanti, vennero organizzate tra il ´43 e il ´44 dalla stessa Reichsbank 8 aste di monete in diverse città tedesche.

Essendo ingiustificabile che fino ad ora il Geldmuseum della Deutsche Bundesbank a Francoforte non abbia provveduto a fare una seria ricerca sull’argomento (bensì abbia avuto modo di pubblicare tra il 2005 e il 2014 vari scritti che trattano l’argomento in maniera del tutto superficiale e con fare minimizzante), ed in vista del fatto che casualmente il Geldmuseum è chiuso per restauro, la petizione da me lanciata richiede che il Geldmuseum di Francoforte non riapra fin quando non avrà fatto chiarezza sui fatti da me illustrati e documentati.

Chi volesse firmare e far firmare la petizione, lo può fare qui.

 

Farò il possibile

L’onnipotenza è quel contributo che l’uomo trasferisce sul conto di dio pur di non investire la somma in questione su se stesso, nel timore di non avere liquidità sufficiente per saldare anche solo gli interessi di un simile investimento.

Questo non impedisce che l’onnipotenza, anche se riferita alla divinità, venga solitamente concepita dall’uomo in relazione alla modalità verbale della sua applicazione (applicabilità).

Il significato di „onnipotente“ si lascia quindi descrivere dalla sommatoria della congiunzione di „potere“ con tutti gli altri verbi.

Onnipotente = „colui che“:

„può vedere tutto“,

„può sapere tutto“,

„può immaginare tutto“,

et cetera.

Ma, allo stesso tempo, anche „colui che“:

„può procrastinare tutto“,

„può abbandonare tutto“,

„può disfare tutto“,

et cetera.

 

Al di lá delle sue modalizzazioni, il verbo “potere” è anche espressione di una libera volontà, di una generica volontà di x, che prescinde dalla determinazione di x. Al contrario del potere come verbo modale, il potere in senso assoluto lascia intravedere una libertà di azione che non dipende in alcun modo da quello che si sceglierebbe di fare.

Non esiste solo la dialettca del poter-fare e poter-disfare (che comuqne dipende da quello che si può, ovvero dal Possibile).

La categoria dell’onnipotenza include anche, almeno teoricamente, la dialettica del potere e del non-potere, nella più totale indipendenza rispetto a quello che pur si sarebbe potuto; un Impossibile che all’uomo non è nemmeno dato di immaginare (nè tantomeno di dire).

 

Io dico in italiano io posso (ich kann) nel senso che ho le capacità per fare qualcosa.

Ma dico anche io posso (ich darf) nel senso che ho il diritto e la facoltà di fare qualcosa.

 

Ci sono cose che posso (kann) ma non posso (darf).

Es gibt Dinge, die ich kann, aber nicht darf.

 

Ci sono cose che posso (darf) ma non posso (kann).

Es gibt Dinge, die ich darf, aber nicht kann.

 

Dato che il Dürfen primeggia sul Können, l’onnipotente dovrebbe essere colui che può (darf) tutto, piuttosto che colui che tutto può (kann).

 

Io, che non sono onnipotente, sono costretto a muovermi nell’ambito del Dürfen (ciò che si hà la facoltà di fare), e declinare l’idea di onnipotenza nella pratica del possibile.

Io, se fossi onnipotente, non avrei la catena del Dürfen e la mia onnipotenza potrebbe anche manifestarsi nel non fare. Un non-fare, però, che non è inattività, ma solo una traccia del fare l’impossibile, che a me non è nemmeno dato di immaginare.

 

Si arriva ad una formulazione apparentemente opposta a quella iniziale: onnipotente è colui che non non ha nulla da (dover) fare e, pur potendo fare tutto (anche l’impossibile, per me inimmaginabile), potrebbe anche non farlo.

 

Il non avere nulla da dover fare non significa non aver nulla da fare, né tantomeno non dover fare nulla.

Il non aver nulla da fare è un potere imprigionato nei limiti del possibile.

Il non dovere far nulla, imprigiona nei limiti del Dürfen.

 

L’onnipotente non dovrebbe conoscere nè il primo nè il secondo limite.

In questo senso mi sembrerebbe più appropriato appellare Dio il Nullafacente.

 

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A bene vedere, tuttavia, non occorre tirare in ballo dio. Anche questo bicchiere potrebbe essere onnipotente, ma semplicemente non manifestare la propria onnipotenza a me.

Forse anche io sono onnipotente, ma nella vita di tutti i giorni mi limito a fare il possibile.

 

 

 

 

 

Lotte continua!

Lotte – Kaluzik, Lotte – era una bambina viennese che, all’epoca in cui il nazismo ruppe gli argini e straripava in Austria (nel Marzo del ’38), aveva 5 anni.

Lotte viveva con la sua famiglia in un modesto appartamento non lontano dal mio attuale studentato e suo padre Karl –  Kaluzik, Karl – fu uno dei pochi, coraggiosi uomini che non lasciò infangare la propria dignità dalla melma marrone che inondava la città. Per questo fu preso di mira dalla Gestapo, per anni perseguitato e, nel ’44, interrogato, torturato ed imprigionato.

Lotte deve aver appreso da suo padre il valore della resistenza e, esattamente settant’anni fa, il 20 Febbraio 1944, scrisse una lettera, e la indirizzò direttamente ad Adolf Hitler, per implorarlo di lasciare libero il padre. Mi permetto di tradurla in italiano come piccolo atto di devozione commemorativa.

Vienna, 20.II.1944

Al mio Führer

Dato che io sono in grande apprensione per il mio papà mi rivolgo a Lei, mio Führer.

Come a scuola mi hanno insegnato e me lo hanno sempre detto anche i miei genitori che Lei è sempre pronto ad aiutare tante persone quando ne hanno davvero tanto bisogno. Mia mamma mi ha detto che papà potrebbe non tornare più a casa. Io ho 11 anni e mio fratello ha 8 anni e non possiamo credere che adesso non avremo più nostro papá, che pure era tanto buono e caro con noi. Per questo io La prego, mio Führer, La prego con tutto il cuore, perfavore aiuti nostro padre, che possa presto tornare a casa.

Le prometto per questo di essere grata per sempre.

Mio padre si chiama Kaluzik Karl ed è stato arrestato dal Tribunale del distretto numero 5.

La ringrazio in anticipo e Heil Hitler!

Nonostante tutto, il padre di Lotte fu condannato a morte 7 mesi più tardi. Dopo 70 anni la nostra lotta continua.

La lettera qui tradotta e riprodotta è stata pubblicata l’anno scorso in questo libro a cura di Brigitte Bailer: “Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten”, DÖW, Vienna 2013, p. 23.

Lotte a Hitler 1944

Ozean der Stille

Ein Ozean der Stille fließt langsam, ohne weder Zentrum noch Prinzip.

Was hätte ich von dieser Welt erblicken können, hätte dieses Licht meine dunklen Gedanken nicht erhellt?

(Der Schmerz, der Stillstand des Lebens lassen die Zeit zu lang erscheinen).

Soviel Frieden findet die Seele drin.

Die Zeit anderer anderer Dimensionen hat andere Gesetze.

Und ich steige in einen ewig ruhigen Ozean der Stille.

IFFF

Mir geht es nicht darum, den wahren Unterschied zwischen Meinungs- und Vorurteilsäußerungsfreiheit auszumachen. Beide gehören dem Bereich des freien menschlichen Denkens. Zudem bin ich nicht in der Lage, es urteilen zu können, ob ein islamfeindliches Film einen künstlerischen Ausdruck oder eine kitschige Sammlung von Stereotypen ist. Wenn es auch möglich wäre, solch eine Entscheidung eindeutig zu treffen, würde das Wesentliche dadurch eher nicht berührt.

Was ich aber als unerträglich empfinde, ist die Arroganz derjenigen, die davon ausgehen, dass etwas wie die Ausdrucksfreiheit überhaupt einschrenken werden könnte.

Bevor man solch eine Freiheit einschränkt, sollte sie wenigstens einmal vorhanden gewesen sein.

Noch wichtiger:

Bevor man um die Verteidigung dieses Rechts kämpft, sollte man sich zunächst um ihre Ausübung fleißig und beharrlich Bemühung gegeben haben.

Viel zu leicht vergisst man, dass wir über eine überwältigende Freiheit verfügen, die unvergleichbar umfangreicher ist, als die belanglose Quote von eigenen Ideen (seien sie  Meinungen oder Vorurteilen), von welchen man Gebrauch machet.

Würde es eigentlich irgendeinen Sinn machen, ein Islamfeindliches Filmfestival (IFFF) zu organisieren, wenn dann jeder (pro oder contra) an der Provokation staut und keiner (pro wie contra) interessiert wäre, sich ein einziges Film anzuschauen?

Ich würde es allerdings für sinnvoller halten, eine Demo für die Einschränkung der Vorurteilsäußerungfreiheit zu organisieren…

Ps. Das Cover-Photo dieses Posts stellt die Fassade eines Kitas in Lychener Straße dar. Ich habe das vorgestern gemacht: in Panoramio ist eine grössere und geo-tagged Version verfügbar.

Kierkegaard und das wiederholte Berlin

1843 > 2012

“Nach Berlin kam ich aber. Sogleich eilte ich zu meinem alten Logis, um mir Gewissheitdarüber zu verschaffen, wieweit eine Wiederholung möglich sei”.Ich darf jedem teilnahmvollen Leser versichern, daß es mir beim vorigen Mal gelungen war, eine der angenehmsten Wohnungen in Berlin zu finden, das kann ich jetzt entschiedener versichern, nachdem ich weitere Wohnungen gesehen habe. Der Gensd´arme-Platz ist wohl der schönste in Berlin, das Schauspielhaus, die beiden Kirchen nehmensich vor allem bei Mondschein, von meinem Fenster aus gesehen, besonders gut aus. DIe Erinnerung daran trug viel dazu bei, daß ich mich auf den Weg machte”.

Berlin - Jägerstraße 57 (heute)
Berlin – Jägerstraße 57 (heute)

 “[…] Ach! Aber hier waren keine Wiederholungen möglich. Mein Wirt, der Drogenhändler, >er hatte sich verändert<, (im dän. Text auf deutsch), in dem genauen Sinne, wie der Deutsche dies Wort nimmt, und, soviel ich weiß, wird in einigen Kopenhagener Straßen >sich verändern< in ähnlicher Weise angewandt –: er hatte geheiratet. Ich wollte ihn gratulieren, aber da ich der deutschen Sprache nicht so mächtig bin, daß ich mich im Handumdrehen drehen kann, auch nicht die bei solchen Gelegenheiten gebräuchlichen Redensarten parat hatte, beschränkte ich mich auf eine pantomimische Gebärde. Ich legte die Hand aufs Herz und sah ihn an, während zarte Teilnahme auf meinem Gesicht zu lesen stand. Er drückte mir die Hand. Nachdem wir uns in dieser Weise verständigt hatte, ging er dazu über, die ästhetische Geltung der Ehe zu beweisenEs gelang ihm außerordentlich, ganz genau so gut wie das vorige Mal die Vollkommenheit der Junggesellen zu beweisen. Wenn ich Deutsch spreche, bin ich der nachgiebigste Mensch von der Welt”.

S. Kierkegaard, Die Wiederholung, 1843 (übersetzt von H. Rochol), Felix Meiner Verlag, Hamburg 200, S. 24-5

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[…] (nach)denken

Nachdem das […] denken gedacht wurde, erweisen sich ein Paar Richtigstellungen notwendig.

Denke ich hier das Denken weiter nach. Kommt das Nachdenken letztendlich dem [Nicht] denken gleich?

Nicht denken heißt nicht an Nichts denken.

Beide können einem objektiven Zustand der Wahrheit entsprechen, der aber unterschiedliche Schattierungen der Bestimmtheit enthalten kann. Von “Nicht denken” bis “an Nichts denken” wird eine Brücke erbaut, die den Übergang zwischen der absoluten Unbestimmtheit und der konkretesten Bestimmtheit veranschaulicht. Da das Nichts nicht anders als einen Sonderfall der Grundgesamtheit der unzählbaren Etwas darstellt, “an Etwas” oder “an Nichts” denken sind gleichmögliche (aber nicht gleichartige) Ereignisse. Beim Ziehen einer beliebigen Minute aus meines Tages, die Wahrscheinlichkeit, dass ich an irgendeinem Etwas denke, ist der Wahrscheinlichkeit, dass ich an Nichts denke, gleichmäßig. Das Objekt worauf das Denken abzielt ist doch qualitativ anders, wenn man annimmt, dass inhaltlich das “Nicht” und das “Etwas” nicht identisch sind.

> Vgl. Mathematisches Gleichheitsmodell

Nicht denken” und “an Nichts denken” sind dahingegen gleichartige Ereignisse, die aber nicht notwendig gleichmöglich sein müssen. Sie sind gleichartig etwas Bedenkliches, das im wesentlich dem denkenden Menschen gehört. Das Denken gehört aber dem Mensch nicht, sonder gibt sich ihm, spricht ihm zu. Das Ergebnis dieses Zusprechen, egal ob , erweist sich immer als eine ontologische Frage die Chance dieser Ereignisse sind nicht messbar.

> Vgl. Philosophischer (Heidegger) Denken-Begriff

Martin Heidegger – by Caroline Area Man


[…] denken, usw.

Sum, ergo cogito? Es ist nicht selbstverständlich, dass es wirklich so funktioniert, dass die schlichte Gegebenheit des Daseins dem Ergebnis des Denkens zuführt.

Es kommt notorisch häufig vor, dass beim Großteil der Male man nicht denkt (oder spielt nur vor zu denken). In der Tat läßt man, dass verwirrte Erinnerungen unsere Köpfe umströmen. Fragmente von gehörten Sätze, beiläufig aufgenommene Bildern…. Das Denken erweist sich vor diesem kaotischen Hintergrund als eine seltene Ausnahme.

flickr maler sbardella

Um diese Ausnahme zu ermöglichen, muss man sich ausdrücklich dazu auffordern; und wenn auch solch eine merkwürdige Ausnahme vorkommt, die weist auf Gadanken hin, die  sich nicht  über den Tellerrand des Ich schauen. Allererste sind bei dieser Ausnahmen unsere “Ich”  zugleich der Anhaltspunkt der Denken, der denkende Subjekt und der gedachte Objekt.

Diese erste Form des Denkens ist mir deswegen besonders interessant, weil einem veranlasst, die Nichtigkeit des Ich vergleicherweise in vier Phasen zu erfassen:

Ich denke an mir: als irgendjemandem; Abstand;

Denke ich an mir, berufe ich mich auf ein Bild, das mich nach dem Modell einer beliebiger Person vertritt.

Ich denke von mir: irgendjemandem gegenüber; Vorstellung;

Denke ich von mir, bezeichne ich alle die Züge, die ich beim gesellschaftlichen Anlass in Anwendung bringe.

Ich denke über mich: mir gegenüber; Kritik;

Denke ich über mich, stelle ich diese Züge, diese Eigenschafte immer wieder (ohne Ende) in Frage.

Ich denke mich: Grenze des Denkens, das auf die Refläxivit stoßt.

Denke ich mich… dies ist mir (grammatikalisch sowie auch ontologisch) unmöglich. Die Reflexivität des Denken führt so dem Ergebnis des […] denken zu, dass dieses aber weder dem des nicht denkens, noch dem des an Nichts denkens gleichkommt.